Laufende Forschungsprojekte

Reputation und Strategische Kommunikation

Die Hauptaufgabe strategischer Unternehmenskommunikation ist es, dem Unternehmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Da es sich bei der Reputation um einen strategischen Wettbewerbsvorteil handelt, müsste die Unternehmenskommunikation eine wichtige, wenn nicht sogar die zentrale Rolle im Rahmen des Reputationsmanagements einnehmen. Die Realität sieht allerdings anders aus – wie zahlreiche Studien belegen. Dass dies auch von der Mehrzahl der CEOs bemängelt wird, kommt am pointiertesten in der Studie von Ron van der Jagt (2005) zum Ausdruck. Eine der wesentlichsten Ursachen für diese Divergenz sehen einige Autoren in einer sogenannten Wahrnehmungslücke zwischen der Unternehmensführung und deren Kommunikationsmanagern hinsichtlich der Kommunikationsleistung der jeweils anderen Seite.

Ausgehend von diesem Befund wird die Studie von Joachim Schwalbach an der Humboldt-Universität zu Berlin den beobachteten Bedeutungs-Gap der strategischen Kommunikation zwischen Funktionsträgern im Unternehmen analysieren. Dafür werden unterschiedliche empirische Erhebungen erstellt bzw. herangezogen. Die Studie leistet einerseits einen Beitrag zur Erklärung der unterschiedlichen Bewertung der strategischen Kommunikation durch die jeweiligen Funktionsträger je nach Bereichs und Branchenzugehörigkeit und anderseits einen Beitrag zu einem effektiveren Reputations- und Kommunikationsmanagement.

Führung im Kommunikationsmanagement als Herausforderung

Digitalisierung und Globalisierung führen zu komplexer werdenden Anforderungen an die Kommunikation von Unternehmen. Der entstehende Koordinationsbedarf wird von den Führungskräften der Kommunikationsabteilungen, die mittlerweile breit ausdifferenziert sind, geleistet. Die Führungskräfte im Kommunikationsmanagement müssen zum einen ihre Mitarbeiter so führen, dass diese die anspruchsvolle Kommunikationsarbeit professionell bewältigen können. Zum anderen koordinieren sie innerhalb des Unternehmens kommunikationsspezifische Aspekte mit anderen Abteilungen und der Unternehmensführung. Führen im Kommunikationsmanagement auf diesen beiden Ebenen ist unerlässlich für die Entwicklung und Umsetzung strategischer Kommunikation.

Das Promotionsprojekt von Janne Stahl, Stipendiatin der Akademischen Gesellschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, behandelt die Frage, wie Führungskräfte im Kommunikationsmanagement führen. Hierzu wird sowohl die Mitarbeiterführung als auch die innerorganisationale Führung kommunikationsspezifischer Aspekte betrachtet. Außerdem wird eruiert, wie strategische Kommunikation mithilfe von Führung gelingt. In der explorativen qualitativen Studie werden in zwei Unternehmen Beobachtungen und Interviews mit Führungskräften der ersten sowie der zweiten Hierarchiestufe im Kommunikationsmanagement durchgeführt. Die Ergebnisse werden aufzeigen, wie Mitarbeiterführung und innerorganisationale Führung im professionellen Kommunikationsmanagement aussehen und zur Bewältigung der vielfältigen und komplexen Aufgaben beitragen. Außerdem werden Muster von Führungsverhalten und Kompetenzanforderungen an Führungskräfte im Kommunikationsmanagement dargelegt.

Kompetenzmanagement in der Unternehmenskommunikation

Das Thema Kompetenzmanagement in Kommunikationsabteilungen wurde bislang von der aktuellen Forschung nur oberflächlich gestreift und wird derzeit im Rahmen eines Promotionsstipendiums der Akademischen Gesellschaft von Juliane Kiesenbauer an der Universität Leipzig vertieft. Die zentrale Fragestellung lautet: Inwiefern spielt das Kompetenzmanagement eine Rolle in den Kommunikationsabteilungen von Unternehmen?

Ziel des Kompetenzmanagements bzw. der Personalentwicklung für Kommunikatoren ist es, ein professionelles Handlungsvermögen bei den individuellen Mitarbeitern und in der Abteilung als Ganzes zu entwickeln, sodass diese zum Unternehmenserfolg beitragen können. Auf welche Art und Weise dieses Ziel heutzutage in Kommunikationsabteilungen erreicht wird, soll anhand verschiedener Case Studies aufgezeigt werden. Das Dissertationsprojekt will ein umfassendes Bild der Entwicklung, Organisation, Zielsetzung und Strategie sowie des Stellenwertes des Kompetenzmanagements in Kommunikationsabteilungen zeichnen. In Gesprächen und Workshops mit interessierten Förderern wird der Praxistransfer vorangebracht. Vollständige Ergebnisse werden Anfang 2017 vorliegen.