Hermes Dinner

2017 // Markus Hengstschläger: Peaks and Freaks

16. November, Berlin, Mercedes-Welt Salzufer

Am Donnerstag, den 16.11.2017 fand auf Einladung der Daimler AG das Hermes Dinner in der Mercedes-Welt am Salzufer in Berlin statt.

Als Gastredner für diesen Abend konnten wir den Humangenetiker Prof. Dr. Markus Hengstschläger von der Medizinischen Universität Wien gewinnen. Er beschäftigt sich seit einigen Jahren mit dem Thema Talentförderung und hat den Beststeller die „Die Durchschnittsfalle“ veröffentlicht.


2016 // Klaus Hurrelmann: Generation X, Y, Zukunft

24. November, Berlin, DRIVE Volkswagen Group Forum

Was erwartet die junge Generation vom Berufsleben? Welche Vorstellungen hat sie? Und was heißt das für  Unternehmen, die Nachwuchs suchen? Diesen Fragen ging das Hermes Dinner 2016 am 24. November im neuen DRIVE Forum von Volkswagen in Berlin nach. Knapp 50 Gäste aus Unternehmen und Wissenschaft nahmen daran teil.

Die Keynote hielt Prof. Dr. Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance halten – der wohl renommierteste Bildungs- und Jugend­forscher Deut­sch­lands. Seit vielen Jahren leitet er die Shell-Jugendstudien und hat zahlreiche Forschungs­projekte zu Kindern und Jugendlichen realisiert. In seinem Vortrag „Generation X, Y, Zukunft – Wie die jungen Generationen Gesellschaft und Wirtschaft verändern“ analysierte er die Erwartungen der Arbeitskräfte von morgen und gab einen Einblick, worauf sich Unternehmen einstellen sollten.

 

Für alle Förderer der Akademischen Gesellschaft fand zuvor der Workshop „Die Kunst des Strategic Alignments“ und die Jahresversammlung statt.


2015 // Ludger Heidbrink: Die Grenzen der Verantwortung

26. November, Berlin, Deutsche Bahn Tower

Von der 21. Etage des Deutsche Bahn Towers am Potsdamer Platz bietet sich den knapp 40 Gästen des Hermes Dinners ein atemberaubender Blick über die Hauptstadt. Oliver Schuhmacher, Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing bei der Deutschen Bahn, hatte zum sechsten Hermes Dinner eingeladen, welches dieses Jahr „Die Verantwortung und ihre Grenzen“ thematisierte. Keynote Speaker des Abends war Ludger Heidbrink, Professor für Praktische Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und Mitglied der Wertekommission. Er hielt ein sehr inspirierendes Plädoyer für mehr Unverantwortlichkeit von Unternehmen.

Im Vorfeld fand das Jahrestreffen der Förderer statt. Hier wurde der aktuelle Arbeitsstand zu den Modulen I und II des neuen Forschungsprogramm Value Creating Communication präsentiert und die nächsten Schritte diskutiert.


2014 // Byung-Chul Han: Transparenz – Zwischen Vertrauen und Überwachung

27. November, Berlin, Siemens-Forum

Das Hermes Dinner 2014 fand in der geschichtsträchtigen und einzigartig beleuchteten Mosaikhalle von Siemens in Berlin statt. Gastredner des Abends war der vielbeachtete Byung-Chul Han, Philosoph, Autor und Professor für Kulturwissenschaft an der Universität der Künste in Berlin. „Transparenz – Zwischen Vertrauen und Überwachung“ war das Thema des Abends. Seit Jahren kritisierte Han die Ausbeutung der Intim- und Privatsphäre durch den zunehmenden Zwang der sozialen Medien zur Entblößung und Transparenz – ein Zwang, dem sich fast keiner mehr entziehen kann. Freiwillig und unter dem Deckmantel der Freiheit posten und twittern wir rund um die Uhr persönliche Details, Fotos und Vorlieben, die uns Menschen gläsern und kontrollierbar werden lassen. Auch wenn wir die Gefahren dieser Zurschaustellung ignorieren, so führt diese Entwicklung zu einer kommerziellen Ausbeutung und politischen Kontrolle, die es eigentlich nur in totalitären Regimen gibt. Mit seinen kritischen Äußerungen brachte der Philosoph Han die Gäste zum Nachdenken und sorgte für angeregte Diskussionen. Einzig einen Ausblick in die Zukunft blieb er schuldig: Auf die Frage, wohin der Transparenzzwang führt und wie man ihm begegnen sollte, sagte Han: „Ich weiß es nicht. Wir irren uns vorwärts.“


2013 // Gerd Gigerenzer: Bauchentscheidungen und Risiko - Die Bedeutung der Intuition im Management

28. November, Berlin, Repräsentanz der Robert Bosch GmbH

Gerd Gigerenzer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Harding Zentrum für Risikokompetenz, war Gastredner des Hermes Dinner 2013, das dieses Jahr in der Repräsentanz der Robert Bosch GmbH in Berlin stattfand. Das Thema des Abends: „Bauchentscheidungen und Risiko: Die Bedeutung der Intuition im Management“.

Eine gute Intuition sei wichtig, denn nicht alle Risiken können berechnet werden, so Gigerenzer, auch wenn mathematische und ökonomische Modelle uns immer wieder etwas anderes suggerieren wollen. Intuition beruhe auf Erfahrung und kann auch als „gefühltes Wissen“ begriffen werden. Der richtige Umgang mit Intuitionen – auch im Wirtschaftsleben – könne dazu beitragen, bessere Entscheidungen unter Risiko zu treffen. Dazu gehört für Gigerenzer auch, eine andere Fehlerkultur zuzulassen und im unternehmerischen Denken zu verankern. Oftmals werden im Unternehmen intuitive Entscheidungen getroffen, die im Nachhinein rationalisiert werden, da die Unternehmenskultur Intuition nicht als Erklärungsmoment zulässt. Familiengeführte Unternehmen seien seiner Erfahrung nach in dieser Hinsicht weiter. Frauen würden zudem häufiger intuitiv entscheiden als Männer – jedoch gibt es keinen Beleg, dass Frauen bessere intuitive Entscheidungen treffen als Männer. Intuition sei vor allem im Sport und in der Kunst akzeptiert. Niemand würde von einem Fußballspieler verlangen, dass er die Flugbahn des Balles berechnet.

Intuition beruhe auf dem Prinzip, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Mehr Informationen, mehr Zeit oder mehr Berechnungen sind nicht immer besser. Bei Kommunikatoren kommt erschwerend hinzu, dass Entscheidungen oftmals nicht auf Grundlage unmittelbarer Erfahrung getroffen werden können. Intuition sei nichts Angeborenes, sondern müsse erarbeitet werden. Man solle sein Bauchgefühl jedoch bei entsprechenden professionellen Erfahrungen und Wissen nicht unterdrücken, sondern ernst nehmen. Nur so können Unternehmen vor defensiven Entscheidungen bewahrt werden – Entscheidungen, bei denen aus Angst vor Fehlern, nur zweit- oder drittbeste Lösungen erreicht werden.

Die Unternehmenskommunikation kann wesentlich dazu beitragen eine entsprechende Unternehmenskultur aufzubauen, die Intuition und Erfahrung bei Entscheidungsverhalten zulässt. Zum anderen sollten Kommunikationsleiter auf ihre Erfahrung und ihre soziale Kompetenz stärker vertrauen und sich dieser bewusst bedienen, werden doch die meisten Entscheidungen unter Risiko und unvollständiger Information getroffen.


2012 // Klaus Burmeister und Nikolai Juchem: Die Veränderung der Wertschöpfung

29. November, Berlin, Repräsentanz der GIZ

Beim Hermes Dinner 2012 waren Klaus Burmeister, Zukunftsforscher und Managing Partner von Z_punkt ‒ The Foresight Company, sowie Nikolai Juchem, Gründungsvorstand der Gesellschaftsinitiative „Zukunft durch Industrie e. V.“ zu Gast. Mit den Teilnehmern des Hermes Dinners diskutierten sie über die Veränderung der Wertschöpfung in Deutschland in den kommenden Jahren.

Burmeister skizzierte hierzu fünf Paradigmenwechsel:  

  1. branchenübergreifende Kooperation
  2. ganzheitliche und nachhaltige Innovatione
  3. neue Interessenallianzen mit Fokussierung auf den Stakeholder Value
  4. Systeminnovationen und
  5. Komplexitätsmanagement.

Viele dieser Veränderungen haben lauf Burmeister Auswirkungen auf die Unternehmenskommunikation. Kooperation und Kommunikation sind beispielsweise unverzichtbare Erfolgsgaranten und tragen entscheidend zur Sicherung des Wertschöpfungspotentials in Deutschland bei. Neben den Unternehmen, komme auch der Wissenschaft und der Innovationspolitik eine tragende Rolle zu. Der Dialog mit allen Interessengruppen sei vordergründig.

Juchem erörterte an einem konkreten Praxisbeispiel die Frage, wie Kommunikatoren mit der zunehmenden Komplexität umgehen können. Eine klar nach Stakeholdern abgegrenzte Kommunikation sei nicht zielführend, da Vernetzung zwischen verschiedenen Akteuren zugenommen habe. Zudem sind die Stakeholdergruppen in sich heterogen und überlappen sich. Er habe in seiner Arbeit zudem erlebt, dass komplexe Prozesskommunikation nicht mehr steuerbar sei. In diesem Fall können Ergebnisoffenheit, Beteiligung und Dialog eine Eskalation verhindern - das Commitment der Unternehmensleitung vorausgesetzt. Es wird, so Juchem, zukünftig mehr um Kommunikation als um Management gehen. Diese Perspektive wurde von den Gästen im Anschluss kontrovers diskutiert.


2011 // Prof. Wolfgang Hoffmann-Riem: Unternehmens- und Staatskommunikation

10. November, Berlin, Konzernbüro der BMW Group

Gastredner beim Hermes-Dinner 2011 war der langjährige Bundesverfassungsrichter Professor Wolfgang Hoffmann-Riem. Er sprach vor 40 geladenen Gästen im Konzernbüro der BMW Group in Berlin zur Bedeutung des Kommunikationsmanagements und der öffentlichen Interessenvertretung im demokratischen Rechtsstaat.

Die Unternehmenskommunikation genieße ebenso wie der Journalismus verfassungsrechtlichen Schutz und sei unverzichtbar, um in der Wirtschaft Transparenz herzustellen und Vertrauen zu gewinnen, so Hoffmann-Riem in Berlin. Der Professor für Öffentliches Recht bezog sich in seinem Vortrag auf die aktuelle Finanz- und Staatsschuldenkrise – für ihn vor allem auch eine Kommunikations- und Vertrauenskrise. In dieser Situation sei die Rückgewinnung von Vertrauen das Rückgrat unserer Gesellschaft – durch Unternehmen und den Staat gleichermaßen.

Hoffmann-Riem skizzierte in seinem Vortrag grundlegende Veränderungen im Verhältnis von Staat und Gesellschaft. Der Staat vertraue zunehmend in die Gesellschaft, sich selbst zu regulieren. Dies sei aber problembehaftet, wie verschiedene Urteile des Bundesverfassungsgerichts zu den Informationspflichten von Staat und Wirtschaft, zur Werbung und zum noch weitgehend rechtsfreien Raum des Internets zeigen.

Das Internet stellt für die Wirtschaft und den Staat gleichermaßen eine besondere Herausforderung dar, da Kommunikation über Länder und Akteure hinweg stattfindet, die nicht adäquat durch die Rechtsprechung abgebildet werden kann. Hier zeigt sich erneut die Notwendigkeit zum Zusammenwirken, um Transparenz und damit auch Vertrauen in der Öffentlichkeit zu schaffen und Gemeinwohlinteressen zu garantieren.

„Unternehmenskommunikation trägt wesentlich zu einem ausreichenden Informationsgleichgewicht am Markt bei", so Hoffmann-Riem. Staatskommunikation müsse jedoch dort Interessenausgleiche schaffen, wo Egoismen im Markt überwiegen.

Hoffmann-Riem ist Professor für Öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaft, war von 1999 bis 2008 Richter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und in dieser Funktion als Berichterstatter zu allen Fragen der Kommunikationsfreiheiten, der Wirtschaftsfreiheit, des Persönlichkeitsschutzes und der Versammlungsfreiheit tätig.


2010 // Peter Sloterdijk: Strategische Freundschaften - Überlegungen zur Ethik von Unternehmen

18. November, Berlin, Emil-Rathenau-Haus der Vattenfall Europe AG

Beim ersten Hermes Dinner war der Philosoph Peter Sloterdijk zu Gast im Emil-Rathenau-Haus von Vattenfall in Berlin. Das Dinner war gleichzeitig die Auftaktveranstaltung der Akademischen Gesellschaft für Unternehmensführung & Kommunikation.

In seinem Vortrag thematisiert der Professor für Philosophie und Ästhetik den Widerspruch zwischen der permanenten Treibjagd von Themen in den Medien und der kommunikationsfreien Logik der Wirtschaft. „Im Zeitalter der weltweit synchronisierten Öffentlichkeit steigt der Selbsterklärungsdruck – doch das Herz auf der Zunge zu tragen, ist keine altdeutsche Tugend“, so der Professor für Philosophie und Ästhetik sowie Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. „Deshalb müssen Unternehmen in der modernen Kommunikationsökonomie Reputationsschätze einsammeln.“ Der Philosoph versteht Reputation im altgriechischen Sinn als Ausdruck der Anerkennung durch andere („Thymos“), nach Platon eine der drei Grundmotivationen des Handelns. Reputation ist somit ein „thymotischer Kredit“, den es zu erwerben und erhalten gilt. Die Ausblendung von Reputationsschätzen erzeuge den blinden Fleck moderner Wirtschaftswissenschaften. „Kluges Verhalten in einer Welt strategischer Konkurrenz lässt sich nur entwickeln, wenn Unternehmen ihre Reputation systematisch verteidigen.“ Hochschätzung und Ehre, so Sloterdijk, sind der klassische Kern der Anerkennung durch andere. Doch in der Moderne wird der Ehrbegriff durch Glaubwürdigkeit von Menschen und Unternehmen ersetzt. Moralische Kohärenz besteht, wenn ein Unternehmen das ausspricht, wofür es eintritt und verwirklicht, was es verspricht. Daran wird die Unternehmenskommunikation gemessen. „Offen unmoralische Angebote“, so Sloterdijk, „können mit keiner kommunikativen Strategie der Welt kommuniziert werden. Kommunikationsmanager sollten Anwalt, Beistand und Helfer von Vorständen sein, aber nicht Beihilfe zum Selbstapplaus fragwürdiger Akteure leisten.“