Leadership im Kommunikationsmanagement

Professor Bruce K. Berger vom Plank Center for Leadership in Public Relations der University of Alabama (USA) gab den Teilnehmern einen Einblick in Leadership-Modelle und empirisch fundierte Kriterien exzellenter Führung im Kommunikationsmanagement.

Erste Ansätze zur Identifikation empirisch relevanter Rollen deutscher Kommunikationsmanager zeigte Howard Nothhaft (Universität Lund, Schweden) auf.Die Professoren Finn Frandsen und Winni Johansen von der Universität Aarhus (Dänemark) beleuchteten das vielschichtige Verhältnis von Strategie und Kommunikationsmanagement. Strategie befinde sich überall, so die Forscher.

Auch Professor Joachim Schwalbach von der Humboldt-Universität Berlin hat darauf hin gewiesen, dass sich Kommunikation in die Logik des Unternehmens übersetzen lassen müsse um erfolgreich zu sein. Dazu gehöre auch, sich in einer dynamischen, globalisierten Welt ständigen Veränderungen ausgesetzt zu sehen und diese entsprechend unternehmensspezifisch mitzudenken. Verantwortliches Handeln schließe sich aber damit nicht aus, ganz im Gegenteil: Schwalbach plädiert für einen Ansatz verantwortungsvoller Unternehmensführung, der Corporate Governance, die soziale Verantwortung von Unternehmen und ihre "licence to operate" in Einklang bringt. Verantwortungsvolles Handeln gehe mit erfolgreichem Handeln einher, so das Mitglied der wissenschaftlichen Leitung der Akademischen Gesellschaft.

Intensiv diskutiert wurden auf dem Leadership Forum auch neueste Forschungsergebnisse und Praxiseinsichten zum Thema Social Media. Professor Ansgar Zerfaß, Universität Leipzig, und Thomas Mickeleit, Microsoft Deutschland, gaben hierzu Impulse. Im Wirtschaftsjournalismus sieht Professor Claudia Mast, Universität Hohenheim, aufgrund empirischer Erhebungen inzwischen klare Grenzen für die in den letzten Jahren stark vorangetriebenen Personalisierungsstrategien. Leser und Entscheider wollen wieder mehr ganzheitliche Berichterstattung über Unternehmensthemen. Dies hat konkrete Auswirkungen auf die Pressearbeit.

Ein interessantes Abendprogramm hat das Treffen abgerundet: Mit dem 1916 erbauten und nach langem Dornröschenschlaf derzeit von Restauratoren wieder zum Leben erweckten Leipziger Stadtbad öffnete eine der bedeutendsten Jugendstil-Bauten seiner Art in Europa und zugleich beeindruckendes Zeugnis gegenwärtigen bürgerschaftlichen Engagements exklusiv die Türen für die Abendveranstaltung.