Persönliche Kommunikation, Ethik und CSR

Das Thema "Persönliche Kommunikation in Unternehmen" wurde eingehend aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive beleuchtet. Professor Claudia Mast, Universität Hohenheim, und Martina Rauch, Head of Corporate Communications, Giesecke & Devrient, München, stellten Formate der persönlichen Kommunikation, die daran gebundenen Erwartungen sowie die tatsächliche Zufriedenheit der Mitarbeiter vor. In der Diskussion der Teilnehmer wurde klar, dass neben der zielführenden Ausgestaltung der Formate, wie zum Beispiel Town-Hall-Meetings oder Business Breakfasts, auch Inhalte und Personen maßgeblich Einfluss auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter haben.

Ein Blick in die Zukunft der Profession wagte ein Forschungsprojekt von Professor Ansgar Zerfaß (Universität Leipzig). Bei einer Interviewserie mit 40 Kommunikationschefinnen und -chefs sowie Protagonisten der nächsten Generation wurden Visionen, Trends und Zukunftsperspektiven der Unternehmenskommunikation erfragt. Die Vorstellung der Ergebnisse regte eine Diskussion über die Ausbildung und die notwendigen Fähigkeiten von Führungsnachwuchs in Kommunikationsabteilungen an.

Professor Günter Bentele, Universität Leipzig, und Alexander Wilke, Global Head of Communications, ThyssenKrupp, Essen, berichteten über wissenschaftliche Erkenntnisse und unternehmenspraktische Erfahrungen zum Umgang mit kommunikationsethischen Richtlinien in der Kommunikationsabteilung. Aus der Perspektive der Praxis muss der Verwendung von Kodizes häufig ein kultureller Wandel im Unternehmen vorangehen. Neben der Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Spielregeln in der Unternehmenskommunikation hat Alexander Wilke bei ThyssenKrupp eine konkrete Initiative angestoßen: Alle Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung bekennen sich mit ihrer Unterschrift zu den kommunikationsethische Richtlinien des Unternehmens.

Die Erfolgsfaktoren von Corporate Responsiblity (CR) im Unternehmen wurden von Professor Ulrike Röttger, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, und Britta Kopfer, Head of Communications Germany, BP Europe, Bochum, diskutiert. Die Ergebnisse einer aktuellen Befragung zeigen, dass diverse strukturelle und kommunikative Faktoren zum Erfolg von CR im Unternehmen beitragen. Als ein praktisches Problem wurde der Umgang mit CR-Themen in den Media Relations identifiziert, welches kontroverse Diskussionen zwischen den Teilnehmern anregte.

Ein Höhepunkt des ersten Konferenztags war das kulturelle Abendprogramm im me Collectors Room der Stiftung Olbricht in Berlin-Mitte. Kunstmäzen Thomas Olbricht gab einen Einblick in die Ausstellungsräume des Hauses, zu denen eine permanent installierte Wunderkammer mit über 200 kostbaren Kunstschätzen aus der Renaissance- und Barockzeit und wechselnde internationale Privatsammlungen mit Exponaten aus der jüngsten Gegenwartskunst gehören. Unter dem Eindruck zeitgenössischer Kunstwerke dinierten die Gäste der Akademischen Gesellschaft. Musikalische Darbietung kam vom A-cappella-Ensemble „Klangbezirk“, das moderne Jazz- und Popstücke auf Zuruf ausgezeichnet zu improvisieren verstand.