Working Out Loud als Arbeitshaltung und Lernprogramm

Lukas Fütterer, Daimler AG

 

Lukas Fütterer, von Daimler und mit mountainminds selbstständig, stellt in seinem Vortrag die Methode Working Out Loud (WOL) vor. Er erklärt, dass WOL keine Rocket Science, sondern ein niedrigschwelliges Lernangebot ist.

 

Warum lohnt es, sich mit Working Out Loud auseinanderzusetzen?

Viele Organisationen haben in den letzten Jahren versucht, die digitale Zusammenarbeit zu verändern und haben dabei digitale Kommunikationskanäle eingeführt. Dabei merkt man schnell, dass das gar nicht so einfach ist. Das hängt damit zusammen, wie Menschen lernen. Lukas Fütterer rät, drei Ebenen zu bedenken: das Toolset, Skillset und Mindset. Der Fehler läge oft darin, dass Unternehmen beim Toolset aufhören. Working Out Loud beginnt beim Skillset und Mindset: Wie können Fähigkeiten ausgebaut werden und welche Haltung brauchen Mitarbeiter, ohne dass die Organisation übergriffig wird?

 

Was ist Working Out Loud?

Die Definition von John Stepper zu Working Out Loud beinhaltet drei Aspekte:

  • sichtbare Arbeit, sodass sie hilfreich für andere ist
  • Zugang zu mehr Möglichkeiten für einen selbst, die eigenen Aufgaben und Ziele
  • zielgerichteter Netzwerkaufbau

Working Out Loud lässt sich sowohl auf individueller als auch auf organisationaler Ebene betrachten. Als Individuum arbeitet man daran, sich ein zielgerichtetes Netzwerk aufzubauen, welches die eigene Wirksamkeit erhöht. Wissen zu teilen, bedeutet auch, andere besser kennenzulernen. Durch gegenseitiges Feedback kann sich das Individuum stets weiterentwickeln.

Organisationen können Working Out Loud nutzen, um agiler zu werden und die Art und Weise der digitalen Zusammenarbeit zu verbessern. Das Ziel ist Netzwerke aufzubauen, die über Abteilungen, Hierarchien und Regionen hinauswachsen. So stärken Organisationen informelle Kommunikationskanäle und Strukturen. Sie verwandeln individuelles Wissen und Expertenwissen in Organisationswissen, sodass es der gesamten Organisation zugänglich ist und entsprechend angewendet werden kann.

WOL basiert als Haltung auf fünf Elementen: Beziehungen, Großzügigkeit, zielgerichtete Entdeckung, sichtbare Arbeit und „growth mindset“.

 

Wie funktioniert Working Out Loud als Lernmethode?

John Stepper hat die WOL-Circle-Methode erfunden und weiterentwickelt. Sie kommt in deutschen großen Unternehmen gut an, da Working Out Loud auf strukturierten Guides basiert. Die PDF-Anleitungen sind kostenlos unter workingoutloud.com verfügbar.

Man sucht sich drei bis vier Leute, mit denen man gemeinsam den Circle beschreitet. Als sogenannte „peer group“ trifft man sich 12 Wochen lang eine Stunde die Woche, wobei jeder an einem individuellen Ziel arbeitet. Jeder sucht sich sein eigenes Ziel (Wo möchte ich besser werden? Wo möchte ich mein Netzwerk erweitern?) und nutzt die Möglichkeit des "peer"-Erfolgs, indem man sich austauscht.